Wage ich doch mal den Versuch eine Game-Kritik zu schreiben.
Soeben durchgezockt hat mir Far Cry einen wahnsinnig geilen Eindruck hinterlassen. Obwohl ich eher zögerlich mit der Bezeichnung “das geilste” umgehen möchte, muss ich doch sagen: Es ist wirklich der beste Shooter, den ich bisher gezockt habe.
Da ich die Terminologie der Shooter-Welt nicht beherrsche, kann ich nicht genau sagen, in welches Sub-Genre Far Cry anzusiedeln ist. Am besten ich erkläre einfach wie es sich spielt… Man kanns auf verschiedene Arten spielen. Wählt man das wilde durchrushen, wie ich das beim Release in 2004 bei allen Spielen zu tun pflegte kriegt man zwar viel Adrenalin u Action geboten, doch wird man in den allermeisten Fällen pro Abschnitt frustrierend oft scheitern. Der Hauptgrund, weshalb ich schnell die Deinstallation durchführte, war ja schliesslich gratis.
Seit damals hab ich aber die Freude des Auflauerns und Herumschleichens entdeckt (obwohl ich Splinter Cell nach wie vor totlangweilig finde). So habe ich doch eine erfolgreiche Spielweise entdeckt für Far Cry. Die Gegner sind zu 99% in Gruppen anzutreffen, die ein Camp oder einen Bunker bewachen, herumstreuende Soldaten gibts praktisch nicht. Man kann also weite Gebiete ungehindert erforschen, die feindliche Soldaten mit dem Fernglass erfassen (sie werden bim anvisieren mit dem Fernglas umrahmt und erscheinen von dann an auf dem Radar. Man hört sie sogar miteinander reden wenn man genug reinzoomt), und die beste Angriffsstrategie aushecken. Wenn man richtig gründlich vorgehen will kann man auch noch bestimmen welche Soldaten (sind zwar Söldner) welche Waffen haben, um die mühsameren aus sicherer Distanz und Deckung zu eliminieren. Wenn man sich eine gute Stelle ausgesucht hat, sind die Chancen gross, dass die Gegner nur verwirrt in der Gegend rumschauen und dann wieder normal weitermachen. (Wie aufmerksam sie auf dich sind wird beim Radar angezeigt, und wenn sie dich im Visier haben klingt ganz dramatische Musik aus den Boxen). Mit 2-3 kunstvollen Headshots wird der anschliessende Angriff erheblich erleichtert, falls man die Opfer taktisch korrekt ausgewählt hat. Man könnte zwar meistens die ganze Gruppe ausschalten ohne je in Gefahr zu geraten, doch fehlt einem dann die Munition beim nächsten Mal, und es gibt immer irgendwelche, denen man lieber nicht zu nahe kommen möchte (Gattling-Schützen zB). Später im Spiel kommen 2 weitere Gewehre dazu, beide vollautomatisch und mit der selben Munition wie vom M4, mit denen man auch relativ nahe heranzoomen kann. Dann wird der Angriff 3-Stufig. Zuerst aus sehr weiter Entfernung mit Sniper, dann aus weiter bis mittlerer Entfernung mit den erwähnten zoom-MG’s, dann eine herrliche Ballerei mit dem M4 und der Schrottflinte, die nicht sehr anstrengend sein sollte, wenn man die richtige Vorarbeit verrichtet hat. Es kommt schon eine gewisse Repetition ins Spiel, doch die sehr unterschiedlichen Landschaften (Wald, Sumpf, Fluss, Meer mit Inseln) lassen nie Langeweile aufkommen. Die riesigen Innenareale (meistens Labors und Bunker) bringen auch taktische Abwechslung ins Spiel und man lernt die Schrottflinte lieben. Auch die Blendgranate wird zum guten Freund.
Die Gegner sind nicht sehr abwechslungsreich. Es gibt Soldaten und Trigents. Die Trigents sind genmanipulierte Affen und Menschen, die ALLE so scheisse derb nerven, dass man, selbst als grösster Pazifist (falls Pazifisten Shooters zocken), die allergrösste Freude empfindet, wenn man die Drecksviecher niedergeballert hat. Die ersten haben nur Nahkampfattacken, dafür wenn sie dich treffen ziehen sie mit einem Schlag den ganzen Armor weg und die halben HP’s. Dazu kommt dass sie blitzschnell springen können, in engen Gängen ein absoluter Albtraum. Dann kommen die XTC-Stinker, die absolut harmlos sind, ausser für den Blutdruck, denn sie springen riesige Distanzen, ballern ein paar Schüsse in deiner Richtung, und machen wieder einen Riesensprung. Wenn ich sie nicht so gehasst hätte, hätte ich sie locker ignorieren können, gefährlich werden sie nie. Selten begegnet man den unsichtbaren Trigents, die nur durch ein schwaches Schimmern erkennbar sind, ausser man hat ein Nachtsichtgerät, dann erscheinen sie deutlich mit ihrer Körperwärme. Dann kommen noch die beschissensten aller Gegner in FC, die Rocket-Trigents. Praktisch unkaputtbar schiessen sie mit Raketen auf dich, mit nicht unerheblichem Splash damage. Einzeln sind sie noch bewältigbar, doch wenn in einem Raum 2 oder mehr von denen auf dich losgehen, wirds nur noch mühsam. 1 Rocket-Trigent benötigt zwischen 10 und 20 Schrottflintenschüsse mitten in die Fresse (ob sie einen eigenen Hitbox für ihr winziges Köpflein haben konnte ich nicht abschliessend feststellen), aus unmittelbarer Nähe, was man nicht ohne erheblichen Schaden überlebt.
Die Menschlichen Gegner unterscheiden sich in ihrer Kleidung, Bewaffnung und HPs. Spät im Spiel kommen noch welche mit Schutzschilder. Doch Granatenwerfer machen auch mit denen kurzen Prozess. Wo die Trigents dumm wie Scheisse sind, zeigen die menschlichen Gegner meistens Zusammenarbeit und suchen Deckung.
Die Waffen sind:
- Machete
- Jungle Falcon .357 — ähnlich dem Desert Eagle aus RL
- Jackhammer Shotgun — Schrottflinte
- FN P90 — MP mit hoher Feuerrate und erweitertem Magazin
- MP5SD — Schallgedämpfte MP
- M4 Carbine — Wie aus RL mit 5,56mm Munition
- G36 w/ AG36 — MG mit 40 mm Granatenwerfen und 4x Zielfernrohr und 5,56mm Munition.
- XM29 OICW Assault Rifle — MG mit 25 mm Granatenwerfer und 3x Zielfernrohr und 5,56mm Munition.
- AW50 Sniper Rifle — Sniper Rifle mit extremer Präzision und hohem Schaden.
- M249 — Die ultimative Indoor-Waffe. 100-Schuss Magazin mit M4 Munition
- Rocket Launcher — Feuert Rakaten ab
- Mortar (Stationär) — Sehr langsamer Granatenwerfer
- M134 minigun (Stationär) — Gattling Gewehr
- Hand Grenade (was wohl?)
- Flashbang Grenade (was wohl?)
- Smoke Grenade(was wohl?)
Wie der Multiplayer Teil aussieht weiss ich nicht, habe leider noch keinen gültigen CD-Key, kommt aber auf jeden Fall noch.
Fazit: Ein Muss für jeden Shooter Fan! Ein guter Kompromiss zwischen Schleichen und Rambo. Brilliante Grafik, die sich auch nach 3 Jahren nicht verstecken muss.
(Wer grammatikalische Fehler findet darf sie gerne behalten und weiterverwenden, ich hab kein Copyright drauf)